EILMELDUNG — VIDEO FREIGEGEBEN
Exklusiv

Er filmte jahrelang Gäste in seinen Ferienwohnungen — Polizei veröffentlicht erstmals die Aufnahmen

Ein Airbnb-Vermieter aus NRW hatte versteckte Kameras in über 30 Wohnungen installiert. Nach monatelangen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Köln nun erstmals Teile der beschlagnahmten Aufnahmen für die Öffentlichkeit freigegeben.

Redaktion NachrichtenHeute 22. April 2026 Panorama
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Was als anonymer Hinweis eines aufmerksamen Gastes begann, hat sich zu einem der größten Voyeurismus-Skandale in der Geschichte der Ferienwohnungsvermietung entwickelt. Der 47-jährige Beschuldigte aus Düsseldorf hatte über einen Zeitraum von mindestens sechs Jahren versteckte Kameras in seinen Airbnb-Wohnungen installiert — in Schlafzimmern, Badezimmern und Wohnbereichen.

Die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag, dass bei der Durchsuchung seiner Wohnung insgesamt 14 Festplatten mit mehr als 800 Stunden Videomaterial sichergestellt wurden. „Das Ausmaß dieser Tat ist erschreckend", sagte Oberstaatsanwalt Dr. Hendrik Bremer bei einer Pressekonferenz.

„In meiner 25-jährigen Karriere habe ich so etwas noch nicht erlebt. Die Dreistigkeit, mit der der Beschuldigte vorgegangen ist, ist beispiellos."

— Oberstaatsanwalt Dr. Hendrik Bremer

Wie die Kameras entdeckt wurden

Der Fall kam ins Rollen, als ein IT-Fachmann aus Hamburg während eines Aufenthalts in einer der Wohnungen ein ungewöhnliches WLAN-Signal bemerkte. Bei genauerer Untersuchung entdeckte er eine miniaturisierte Kamera, die im Gehäuse eines Rauchmelders versteckt war.

„Ich habe sofort die Polizei verständigt", berichtet der 34-jährige, der anonym bleiben möchte. „Danach habe ich systematisch alle Räume untersucht und zwei weitere Kameras gefunden — eine im Badezimmer hinter dem Spiegel und eine im Schlafzimmer in einem Bilderrahmen."

Fakten zum Fall

Beschuldigter: 47 Jahre, aus Düsseldorf
Tatzeitraum: 2019 bis 2025 (mind. 6 Jahre)
Betroffene Wohnungen: 32 Objekte in NRW und Niedersachsen
Sichergestelltes Material: 14 Festplatten, 800+ Stunden Video
Geschätzte Opferzahl: Über 2.000 Personen
Anklage: Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs (§ 201a StGB)

Airbnb reagiert

Die Vermietungsplattform Airbnb hat inzwischen sämtliche Inserate des Beschuldigten gelöscht und angekündigt, neue Sicherheitsmaßnahmen einzuführen. „Wir nehmen diesen Fall äußerst ernst", teilte ein Unternehmenssprecher mit. „Versteckte Kameras in Privatbereichen verstoßen klar gegen unsere Richtlinien."

Ab dem kommenden Monat will Airbnb in ausgewählten Märkten ein neues Verifizierungsprogramm für Gastgeber einführen, das unter anderem unangekündigte Kontrollen durch unabhängige Prüfer vorsieht.

Opfer melden sich

Seit Bekanntwerden des Falls haben sich bei der Polizei Köln bereits über 340 ehemalige Gäste gemeldet. Viele von ihnen berichten von einem Gefühl der Hilflosigkeit und Verletzung. Die Opferberatungsstelle des Landes NRW hat eine spezielle Hotline eingerichtet.

Rechtsanwältin Marina Schuster, die mehrere Betroffene vertritt, spricht von einem „massiven Eingriff in die Intimsphäre" und kündigt Zivilklagen auf Schmerzensgeld an. „Meine Mandanten haben das Recht auf angemessene Entschädigung."

Ermittlungen dauern an

Die Ermittlungen der Kölner Polizei dauern an. Es wird geprüft, ob der Beschuldigte Teile des Materials im Internet verbreitet hat. Hinweise darauf gibt es bisher nicht, die forensische Auswertung der Festplatten ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

Der nächste Verhandlungstermin ist für den 15. Mai 2026 am Landgericht Köln angesetzt. Dem Beschuldigten drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Aktualisierung folgt. Dieser Artikel wird fortlaufend ergänzt.

Top-Kommentare (6.429)

Sabine M. · vor 2 Stunden
Das macht mir richtig Angst. Wir waren letztes Jahr über Airbnb im Urlaub. Ab jetzt nur noch Hotels.
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Klaus R. · vor 3 Stunden
6 Jahre lang! Und Airbnb hat nichts bemerkt? Die müssen zur Verantwortung gezogen werden.
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Julia W. · vor 4 Stunden
Ich checke ab jetzt JEDES Zimmer. Hier ein Tipp: Mit der Handykamera im Dunkeln schauen — Infrarot-LEDs der Kameras leuchten dann auf dem Display.
👍 4.291 · Antworten
Thomas H. · vor 5 Stunden
5 Jahre Höchststrafe für 2000 Opfer? Das deutsche Strafrecht ist ein Witz.
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